Inspiration der eigenen künstlerischen Weiterentwicklung
- Fabienne Schenkel

- 4. Apr.
- 1 Min. Lesezeit
Die Ostereierausstellung in Greifensee ist für das Jahr 2026 vorbei– sie war für mich ein Ort des Austauschs, der Inspiration und der eigenen künstlerischen Weiterentwicklung
Bislang habe ich vor allem mit eher grossen und stabilen Eiern gearbeitet – Nandu-, Hühner-, Fasanen-, Gänse- und insbesondere Strausseneier. Gerade die Strausseneier bieten mit ihrer Grösse und Robustheit eine wunderbare Leinwand: viel Fläche, viel Spielraum, viel Ausdruck.
Doch genau daraus entstand der Wunsch, einmal das komplette Gegenteil auszuprobieren.
Vom Grössten ins Kleinste. Vom Stabilsten ins Zerbrechlichste.
So fiel meine Wahl bewusst auf ein Wachtelei.
Was zunächst nach einer «kleinen» Aufgabe klingt, entpuppte sich schnell als echte Herausforderung. Die winzige, unregelmässige Oberfläche verlangt ein Höchstmass an Präzision. Jeder Stein muss sitzen, jede Linie durchdacht sein. Hier entscheidet nicht nur die Technik, sondern vor allem das Auge.
Es war ein Arbeiten an der Grenze – aber genau das macht den Reiz aus.
Mit jeder gesetzten Reihe wuchs die Konzentration, und gleichzeitig diese besondere Ruhe, die nur entsteht, wenn man völlig in einem kreativen Prozess aufgeht. Das Wachtelei fordert Geduld, Feingefühl und eine ganz andere Herangehensweise als die grossen Eier – und eröffnet gleichzeitig eine neue, faszinierende Dimension der Detailarbeit.
Das fertige Stück habe ich bewusst schlicht in ein natürliches Nest eingebettet. Zweige, Moos und zarte Trockenblumen bilden einen ruhigen Rahmen für das kleine, funkelnde Kunstwerk.
Für mich steht dieses Ei sinnbildlich für Entwicklung: Auch wenn man etwas schon lange macht, gibt es immer neue Wege, neue Herausforderungen und neue Perspektiven.
Und manchmal liegt die grösste Herausforderung eben im Allerkleinsten.



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